100 m2

24. März - 20. April 2018

von Juan Carlos Rubio
Schweizer Erstaufführung

Heidi Maria Glössner in einer Glanzrolle.


Unter dem Patronat des Fördervereins DAS THEATER an der Effingerstrasse

Sara hat die perfekte Eigentumswohnung gefunden: 100 m², zentrale Lage, Altbau. Und das Beste ist, dass sie nur die Hälfte des marktüblichen Preises kostet.
Allerdings gibt es ein «Hindernis», wie es der Makler bei der Besichtigung formuliert – in Gestalt von Lola. Denn mit dem Kauf der Wohnung ist das lebenslange Wohnrecht der bisherigen Eigentümerin verbunden. Ausziehen möchte die ältere Dame nicht, aber Geld zum Leben braucht sie dringend. Mit Mitte siebzig ist Lola immer noch starke Raucherin und trinkt gerne mal ein Gläschen. Sara, die ihre Tochter sein könnte, entscheidet sich, die Wohnung samt lebendigem Inhalt zu übernehmen. Bei Lolas Lebenswandel kann man auf ein baldiges Ableben spekulieren. Doch das alte Eisen ist lebendiger, als man denkt.  

Juan Carlos Rubio wurde 1967 in der spanischen Provinz Córdoba geboren und lebt heute in Madrid. Der Theaterautor schreibt auch erfolgreich für Film und Fernsehen. Seine Komödie «100 m²» wurde 2009 in den USA uraufgeführt.

Inszenierung:

Alexander Kratzer

Besetzung:

Lola Heidi Maria Glössner
Sara ​Sinikka Schubert
Makler Helge Herwerth

 

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Echos

 Charles Linsmayer, Der Bund

Sinikka Schubert gelingt es als Sara überzeugend, die Wandlung der Figur von der perfekten Kaderfrau und genormten Partnerin eines langweiligen Managers zu einem zwar gesundheitlich angeschlagenen, aber dem Leben gegenüber offenen und für alle Eventualitäten gerüsteten Menschen umzusetzen. Heidi Maria Glössner aber ist diese Lola, die dem Alter Trotz bietet, das Leben als spannendes Experiment begreift und für die junge Partnerin Beraterin, Psychiaterin und mütterliche Freundin in einem ist, förmlich auf den Leib geschrieben.
Köstlich, wie sie die Bonmots zum Besten gibt, wie sie mal humorvoll, mal provozierend, aber immer mit Charme und Liebenswürdigkeit das unerwartete Wunder herbeiführt und zu befestigen weiss, dass der Wohnungsverkauf nicht nur für sie zu einem Ausweg aus der Einsamkeit wird. Die Wohnung, deren viele Türen am Ende weit offen stehen und deren Wände mit dem Pressluftbohrer niedergerissen werden sollen, hat Peter Aeschbacher übrigens als dunkel-altmodisches hölzernes Kabinettstück in den Theaterraum hineingebaut.
Und der von Helge Herwerth zwischen Slapstick und Verlegenheit gespielte Makler, der zum Ambulanzfahrer, zum Versicherungsagenten und zuletzt zum Hausmeister mutiert? In ihm wollte Juan Carlos Rubio, der an der vom Publikum begeistert applaudierten Premiere persönlich anwesend war, «ein Spiegelbild unseres Bedürfnisses, einen Platz in der Welt zu finden», zeigen. Er ist eine Figur aus dem Spanien der grossen Arbeitslosigkeit, die das Thema Einsamkeit, dem das ebenso belustigende wie geschickt arrangierte Stück mit dem irritierenden Titel «100m2» auf berührende Weise Geltung verschafft, auch noch ins Globale des Gesellschaftlich-Sozialen hievt.

Helen Lagger, Berner Zeitung

Regisseur Alexander Kratzer inszeniert den Schlagabtausch zwischen den sich anfangs skeptisch gegenüberstehenden Frauen mit Tempo und Witz. Die Bühne (Peter Aeschbacher) besteht aus einer Holzverschalung mit mehreren Türen, hinter denen die Welt lauert. (...)

Fritz Vollenweider, Seniorweb

Man erwartet es und wird nicht enttäuscht: Heidi Maria Glössner bewegt sich in diesen Dialogen in ihrem künstlerischen Element. Auch wenn es abgegriffen tönen mag: Sie spielt eine Paraderolle, die ihr auf den Leib geschrieben scheint. Die vielfach bekannte und weithin hochgeschätzte Schauspielerin entfaltet souverän ihre ausdrucksvollen mimischen, sprachlichen und gestischen Mittel. 

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