Switzerland – der Fall Patricia Highsmith

18. Februar - 17. März 2017

von Joanna Murray-Smith
Schweizer Erstaufführung

Ein Haus wie eine Festung. Die weltberühmte Krimiautorin Patricia Highsmith lebt zurückgezogen im Tessin, umgeben von Katzen, Büchern und einer beeindruckenden Sammlung von Waffen und Messern. Eines Tages klopft es an der Tür. Ein junger Mitarbeiter ihres amerikanischen Verlegers betritt unerwartet ihre Welt. Edward hat einen klaren Auftrag. Er soll sie davon überzeugen, einen letzten Kriminalroman mit ihrem legendären Lieblingshelden, dem äusserst charmanten Hochstapler und Psychopathen «Ripley» zu schreiben. Patricia findet diesen Vorschlag absurd und da sie jegliches Eindringen in ihre Privatsphäre hasst, will sie den lästigen Gast schnell wieder loswerden. Ein verbales Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Aber Patricia Highsmith hat für das neue Jahr zwei gute Vorsätze gefasst: «toleranter sein» und «mehr trinken.» Schliesslich beginnen sie doch gemeinsam eine mögliche Geschichte über Ripley zu entwickeln. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Die 1962 geborene Autorin Joanna Murray-Smith ist die gegenwärtig erfolgreichste Bühnenautorin Australiens. «Switzerland» wurde 2014 mit grossem Erfolg in Sydney uraufgeführt.

Zu dieser Produktion bieten wir Einführungen zu Patricia Highsmith im Schweizerischen Literaturarchiv an.         (Sonderveranstaltungen/Extras)
Ausserdem findet am 26.2.2016 -  im Anschluss an die Sonntagsvorstellung -  ein Theatergespräch mit Dr. Ulrich Weber vom Schweizerischen Literaturarchiv statt.     (Sonderveranstaltungen/Das Theatergespräch)

Inszenierung:

Stefan Meier

Besetzung:

Patricia Highsmith Wiebke Frost

Edward Jeroen Engelsman

 

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Echos

Berner Zeitung, Regine Gerber, 19.02.2017 

Bühnenhommage mit raffinierter Wendung: Das Theater an der Effingerstrasse zeigt die Schweizer Erstaufführung von «Switzerland – der Fall von Patricia High­smith».

Wiebke Frost überzeugt als misanthropische Eigenbrötlerin, bei der man jederzeit damit rechnet, dass sie eines der Messer aus ihrer Waffensammlung zieht, um sich des ungebetenen Gasts zu entledigen. Sie pendelt zwischen Schroffheit und Neugierde, spricht dabei über das Schreiben und darüber, dass sie ihre Gefühle schon lange in ihren Figuren ausgelagert hat. Ebenso gut ist Jeroen Engelsman als Edward Ridgeway. Anfangs wirkt er bübisch und harmlos. Spätestens als er mit Highsmith über den finalen Mord von Tom Ripley fantasiert, wird klar, dass er es faustdick hinter der Ohren hat und bereit ist, einen verblüffenden Wandel hinzulegen.

Der Bund, Gisela Feuz, 20.02.2017

Die Behaglichkeit der Behausung (Bühnenbild Peter Aeschbacher) steht im krassen Gegensatz zur Figur der Highsmith (sympathisch unsympathisch: Wiebke Frost). Unhöflich und herablassend empfängt sie den jungen Edward Ridgeway (Jeroen Engelsman), einen Abgesandten ihres Verlags, welcher Highsmith zum Schreiben des nächsten Romans bewegen soll.

Seniorweb, Fritz Vollenweider, 19.02.2017

Wortreicher Streit um eine literarische Gestalt
Die Auseinandersetzung mit dem literarisch personifizierten Bösen – eine starke Schweizer Erstaufführung im Berner Theater an der Effingerstrasse.

Stefan Meiers Inszenierung im typischen Patricia Highsmith – Interieur von Peter Aeschbacher arbeitet mit durchgestalteter Rhythmik und Dynamik die rhetorischen Höhepunkte der Dialoge heraus – und diese Rhetorik ist mehr als nur bemerkenswert. 

Keine Frage: Was vor allem Wiebke Frost, aber auch ihr Partner, allein schon sprachlich leisten, zeugt von beinahe unglaublicher Konzentration und hohem Können. Was Wiebke Frost dazu noch an subtilen körpersprachlichen Akzenten setzt, begründet zusammen mit ihrer Sprechtechnik die starke theatralische Wirkung. 

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