Stück

Tod eines Handlungsreisenden

28. April - 25. Mai 2012

von Arthur Miller
Patronat: Burgergemeinde Bern und Verein DAS Theater an der Effingerstrasse

Seit sechsunddreissig Jahren arbeitet Willy Loman als Handlungsreisender. Inzwischen ist er Mitte Fünfzig und hat es immer noch nicht zu Erfolg und Anerkennung gebracht – anders als sein Bruder Ben, ein reich gewordener Abenteurer. Mit seinen jüngeren Kollegen kann Willy Loman nicht mehr mithalten. Weil er überanstrengt am Steuer sitzt, überfährt er beinahe eine Frau. Als ihm das Unternehmen dann auch noch unerwartet kündigt, ist Loman nicht in der Lage, sein Scheitern einzugestehen, sondern versucht verzweifelt, den Schein aufrechtzuerhalten. Um sein angebliches Gehalt zeigen zu können, leiht er sich sogar Geld. Insgeheim flüchtet er sich in Tagträume und hängt seinen Wunschvorstellungen aus der Vergangenheit nach. Für Biff, den älteren seiner zwei Söhne, war er früher ein Vorbild gewesen – bis Biff seinen Vater bei einem Ehebruch ertappt hatte. Damals brach das Weltbild seines Sohnes zusammen, und statt ein erfolgreicher Football-Spieler zu werden, verkam er zu einem Gelegenheitsarbeiter.

Biff hat seinem Vater den Seitensprung nie verziehen, doch unbewusst liebt er ihn noch immer und täuscht darüber mit aggressivem Verhalten hinweg. Als er von seiner Mutter Linda erfährt, dass der Vater arbeitslos geworden ist und Selbstmordgedanken geäussert hat, deckt er rücksichtslos dessen Lebenslüge auf...

Inszenierung: Alexander Kratzer

Besetzung:
Willy Loman: Gilles Tschudi
Linda:Vera Lippisch
Biff: Armin Köstler
Happy: Florian Eisner
Onkel Ben: Jan Zierold
Charley: Peter Bamler
Bernard: Alexander Altomirianos
Howard Wagner: Timo Senff
Die Frau: Karo Guthke
Miss Forsythe: Anja Käsermann

Bühnenbild: Peter Aeschbacher
Kostüme: Sybille Welti

 

 

Echos

Gilles Tschudi gestaltet diesen Loman ausserordentlich reich an vielseitigen Ecken und Kanten. Er vermag Verzweiflung, Verblendung, Narzissmus und tragische Einsamkeit differenziert auszudrücken. Seine gestalterische Sicherheit und Dynamik stimmen mit seinen äusserlichen Attributen in jeder Situation der Handlung mit den dramatischen Ansprüchen überein - eine Interpretation, die hohen Respekt und Bewunderung verdient.
Seniorweb.ch, 29. April 2012

Dass sich der Abend mit zwingender Konsequenz auf das eindrückliche Finale zubewegt, ist nicht nur der klugen, die Szenen sicher miteinander verkettenden Regie zu verdanken, sondern beruht zu einem guten Teil auch auf den Leistungen eines Ensembles, das dem Drama das adäquate Milieu bereitstellt... Fazit: Das ist ein Abend, der in sich selbst hunderprozentig simmt.
Der Bund, 30. April 2012

Armin Köstler ist Biff Loman, Willys Sohn. Florian Eisner spielt dessen Bruder Happy. Es gelingt den beiden, nicht bloss Stichwortgeber beim Absturz des Familienoberhaupts zu sein. Armin Köstler gestaltet vor allem den Showdown mit seinem Vater als ergreifendes Finale. Mutter Linda Loman ist als einzige in der Wirklichkeit verankert. Vera Lippisch schafft es ausgezeichnet, ihre Zerrissenheit zwischen Realitätssinn und Loyalität zur Sippe darzustellen
Berner Zeitung, 30. April 2012

 

 
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